Als die Welt noch unterging…

Frank Apunkt Schneider holds a lecture at the University of Applied Sciences.

Sorry, German info only:

Als die Welt noch unterging…
Vergessene Subkulturen der Siebziger und Achtziger Jahre

Vortrag von Frank Apunkt Schneider

Montag, 13. November 2006, 18:30.
FH-Studiengang Informationsdesign, FH JOANNEUM
Informationsdesign / Studio (3. Stock)

Frank Apunkt Schneider, *1969, lebt zurzeit als unfreier Autor und unfreier Künstler in Bamberg. Er ist Mitglied der KünstlerInnengruppe monochrom in Wien und schreibt u.a. für Testcard, Bad Alchemy und Intro. Für den Ventil-Verlag hat er das Buch Als die Welt noch unterging. Von Punk nach NDW verfasst, das voraussichtlich im Frühjahr 2007 erscheinen wird.

Als die Welt noch unterging ist eine ausführliche und materialreiche Chronik zur Entstehung und Entwicklung des Punk- und New-Wave-Untergrunds in Deutschland zwischen 1977 und 1985, der als so genannte „Neue Deutsche Welle” bekannt wurde. Er wird als Zusammenspiel von sozialgeschichtlichen und politischen Faktoren mit der popästhetischen Entwicklung gedeutet, und unter Zuhilfenahme ausgewählter Einzelphänomene ausführlich erläutert als bedeutsamer Bestandteil der gegenkulturellen Geschichte, der sich gegen die Vereinnahmungen durch nationale Popgeschichtsschreibungsmodelle stellt. Von daher berücksichtigt die mit Als die Welt noch unterging vorgelegte Gegen-Geschichte vor allem die Aspekte, die sich durch ihre Sperrigkeit und Entlegenheit der offiziellen Historisierung durch Jürgen Teipel und andere bislang weitgehend entzogen haben wie die Kassettenszene, die Fanzines (das sind kleinauflagige Zeitschriften aus der Szene für die Szene), regionale Szenen usw. Deren Geschichte lag bislang bestenfalls in Umrissen vor.

Ergänzend hierzu soll in dem Vortrag „Bei Verwendung einer Beatband in der Lautstärke auf die Gemeinde und den Raum Rücksicht nehmen!” eine weitere fast vergessene Subkultur der deutschen Popgeschichte vorgestellt werden: Der Sakropop. Der „Schwund an jugendlichen Gottesdienstbesuchern” wurde in den 1970er Jahren nicht selten mit der „weitgehenden Ausgrenzung der Lebenswelt von Jugendlichen” aus dem Gottesdienstgeschehen erklärt. Notgedrungen musste die Kirche Popmusik als deren wichtigste Ausdrucksform akzeptierten. Die lange, schwierige, zähe und tragikomische Integration von Pop in die Kirche erzählt die Geschichte des „Sakropop”. Sakropop ist eines der merkwürdigsten Sub-Genre des Pop überhaupt, praktiziert lediglich innerhalb einer beinahe unsichtbaren und völlig unvermittelbaren Subkultur. Er hat die zahllosen Widersprüche zwischen religiösem Dogmatismus und popkulturellem Freiheitsversprechen in sich aufgenommen und in eine adäquate, von jeglicher üblichen Bedeutung von Pop komplett entfremdete Form gebracht. Nichts an ihm ist authentisch! Und das ist ja schon wieder Pop.

FH-Studiengang Informationsdesign | FH JOANNEUM Gesellschaft mbH | Alte Poststraße 152 · A-8020 Graz | http://informations-design.fh-joanneum.at

2 Comments so far

  1. aka (unregistered) on November 14th, 2006 @ 3:27 pm

    The sakropop-examples were really great!


  2. grenz (unregistered) on November 14th, 2006 @ 6:28 pm

    some examples: link



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